Ukraine-Flüchtlinge: Wichtige Hinweise

(17. Mai 2022) Auch in Wiehl sind aus der Ukraine Geflüchtete herzlich aufgenommen worden. Dieser Beitrag gibt Antworten auf häufige Fragen. Wer privat mittel- und längerfristig Wohnraum bereitstellen möchte, sollte sich an die Stadt wenden.
Dank der außerordentlich großen Solidarität und aktiven Unterstützung durch Kirchengemeinden sowie Wiehler Bürgerinnen und Bürger konnte die erste Unterbringung innerhalb kurzer Zeit gelingen. Die Menschen wohnen nun in privaten Unterkünften, in Räumen der Kirchengemeinden und in Freizeitheimen. Die Stadt sucht weiterhin Wohnraum, der für eine längerfristige Beherbergung von Flüchtlingen zur Verfügung steht und angemietet werden kann.




WELCHE REGELUNGEN GELTEN DERZEIT ZUM AUFENTHALT VON GEFLÜCHTETEN AUS DER UKRAINE?

Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKFFI) gibt dazu diese Auskunft:
  • Ukrainische Staatsangehörige, die sowohl ihre Unterbringung als auch ihre Versorgung aus privaten Mitteln sicherstellen, benötigen für eine visumsfreie Einreise nach Deutschland einen biometrischen Reisepass. Mit diesem können sie sich für 90 Tage in Deutschland aufhalten. Eine Verlängerung um weitere 90 Tage ist möglich. Hierfür ist zurzeit ein Antrag bei der Ausländerbehörde notwendig.
  • Wenn der Lebensunterhalt nicht aus privaten Mitteln sichergestellt werden kann, greift aktuell ein sogenanntes erleichtertes Verfahren nach § 24 Aufenthaltsgesetz für den weiteren Aufenthalt von ukrainischen Staatsangehörigen. Damit ist ein gesonderter Asylantrag nicht mehr erforderlich, sondern die ukrainischen Staatsangehörigen erhalten eine befristete Aufenthaltserlaubnis für die Dauer von bis zunächst einem Jahr. Weiterhin können sie staatliche Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz beantragen und sind zum Familiennachzug berechtigt.
  • Ukrainische Staatsangehörige, die sich bereits im Rahmen einer selbstorganisierten Unterkunft beispielsweise bei Freunden/Verwandten aufhalten, sollen zunächst in den Kommunen verbleiben und nicht zur Registrierung die Landeserstaufnahmeeinrichtung NRW in Bochum (LEA) aufsuchen. Es ist ausreichend, wenn eine spätere Registrierung im Zuge der Antragstellung auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis erfolgt.

WAS GILT FÜR MINDERJÄHRIGE?

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge könnten allein, mit Nachbarn, Verwandten, Pflegeeltern oder nach der Evakuierung einer Heimeinrichtung in Wiehl angekommen sein. In diesen Fällen gilt die Bitte, sich mit dem Jugendamt in Verbindung zu setzen unter E-Mail [email protected] oder Telefon 02262 99-540.


WER SOLLTE SICH BEI DER STADT WIEHL MELDEN?

Nicht alle Flüchtlinge, die sich derzeit in Wiehl aufhalten, planen zu bleiben. Wer jedoch bei Privatleuten untergekommen ist und einen längeren Aufenthalt beabsichtigt, sollte mit der Stadt in Kontakt treten – insbesondere auch dann, wenn die Wohnsituation nur kurzfristig geklärt ist.


WO KANN ICH DINGE DES TÄGLICHEN BEDARFS SPENDEN?

Derzeit sollen keine Sachspenden mehr abgegeben werden. Die Resonanz auf die Spendenaufrufe war überwältigend. Es geht jetzt vor allem um die Verteilung der gespendeten Güter.


KANN ICH AUCH GELD FÜR IN WIEHL ANGEKOMMENE FLÜCHTLINGE SPENDEN?

Ja, das ist ebenfalls möglich. Bitte überweisen Sie Geldspenden auf das Konto der Flüchtlingshilfe Wiehl bei der Sparkasse Gummersbach (BIC: WELADED1GMB), IBAN DE67 3845 0000 0000 3248 89. Kontoinhaber ist die Evangelische Kirchengemeinde Wiehl. Weitere Infos zur Flüchtlingsarbeit in Wiehl erhalten Sie auf der Website der Flüchtlingshilfe.


WELCHE ANGEBOTE ERLEICHTERN DAS ANKOMMEN?

In Frage kommen Angebote, die Orte des Willkommens und des Ankommens gestalten und zur Integration beitragen können. Dazu gehören beispielsweise Krabbelgruppen, Möglichkeiten zum Deutsch lernen, Eltern-Kind-Angebote und solche für Senioren. Bei den Geflüchteten handelt es sich hauptsächlich um Frauen mit ihren Kindern und ältere Personen. Kirchengemeinden, Vereine, Organisationen und Einzelpersonen, die in ihrem Rahmen Angebote bereithalten oder planen, sollten darüber die Stadt informieren. Eine pdf-Datei mit aktuellen Angeboten kann hier heruntergeladen werden.

Angebot Krabbelgruppen
Im evangelischen Gemeindehaus an der Schulstraße 2 starten zwei Krabbelgruppen. In der Montagsgruppe steht Frau Nau, die fließend russisch spricht, bereit. Sie hat einen entsprechenden Flyer auf Russisch erstellt, der hier herunterzuladen ist. Die zweite Gruppe findet mittwochs statt. Beide Gruppen freuen sich auf Neuankömmlinge. Ansprechpersonen für beide Gruppen finden Sie auf der Homepage der ev. Kirchengemeinde und derjenigen der Flüchtlingshilfe Wiehl.

Angebote Deutschkurse
  • In Drabenderhöhe ist bereits ein Deutschkurs gestartet. Er findet mittwochs von 09:00 bis 10:30 Uhr im Haus Siebenbürger Platz 2 statt. Dieser Kurs steht in erster Linie jenen Angekommenen zur Verfügung, die in Drabenderhöhe wohnen. Freiwillige, die hier unterstützen wollen, werden dringend gesucht. Wer dort mithelfen oder teilnehmen möchte, kann sich melden bei: [email protected]
  • In Börnhausen hat in der evangelische Freikirche Wiehl e.V., Börnhausener Berg 20, ein weiterer Deutschkurs begonnen, der dienstags und donnerstags von 10:00 bis 12:00 Uhr stattfindet. Ansprechpartner ist Frau Klees, Tel. 01522 1615370.
  • In Wiehl startet am 14. April 2022 ein Deutschkurs mit Kinderbetreuung. Der Kurs läuft donnerstags zwischen 14:00 und 15:30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus, Schulstraße 2. Die ehrenamtlich Aktiven wünschen die Teilnahme unter der Beachtung der 3-G-Regel. Kontakt: [email protected]
Es laufen Bemühungen, Deutschkurse auch in weiteren Ortschaften zu organisieren. Interessierte Helfer und Helferinnen können sich bei Konrad Gerards melden: [email protected]. Die Deutschkurse werden von ehrenamtlichen Personen durchgeführt und sind kostenlos. Aktuelle Informationen zu den Deutschkursen werden auf der Internetseite der Flüchtlingshilfe Wiehl veröffentlicht. Personen aus der Ukraine können auf Antrag die Zulassung zum Deutschkurs bzw. Integrationskurs erhalten. Zum Antrag geht es hier.


WOHIN KANN ICH MICH MIT FRAGEN UND HILFSANGEBOTEN WENDEN?

Zu diesem Zweck steht die E-Mail-Adresse [email protected] zur Verfügung.


GIBT ES INFORMATIONEN IN UKRAINISCHER LANDESSPRACHE?

Ja. Das Internet-Angebot „Handbook Germany“ hat eine Sonderseite „Ukraine“ mit wichtigen Informationen zur Einreise und zum Aufenthalt auf Ukrainisch, Russisch und Deutsch erstellt. Auch die Bundesagentur für Arbeit hält landessprachliche Infos bereit – zum Ankommen sowie zur Arbeits- oder Ausbildungssuche.

Darüber hinaus spielt das Thema Coronaschutzimpfung eine Rolle. Hierzu hält das Bundesgesundheitsministerium landessprachliche Informationen bereit.
Am Dienstag, den 12.04.2022 von 10:00 bis 14:00 Uhr können sich neu zugewanderte Personen gegen Corona im Feuerwehrhaus, Friedhofstraße 11, 51674 Wiehl impfen lassen. Dolmetscher sind anwesend. Wer nicht mobil ist und/oder Hilfe benötigt, um zum Impfmobil zu kommen, kann sich gerne hier melden: [email protected].

Meistens sind neu Zugewanderte mit dem deutschen Abfalltrennungssystem nicht vertraut. Um die neuen ukrainischen Mitbürgerinnen und Mitbürger dabei zu unterstützen, gibt es einen Informationsflyer zur korrekten Abfalltrennung in Deutsch und Ukrainisch. Der Flyer wurde von der BAV-Abfallberatung im Rahmen der Kampagne „Abfallsortierung made in Germany“ entwickelt.

Basisinformationen und solche zu Unterkunft und medizinischer Versorgung in vier Sprachen, darunter Ukrainisch und Russisch, liefert das Portal germany4ukraine. Weitere Informationen auf den Seiten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge BAMF

Gratis-Vokabeltrainer in der App digiclass: Der Vokabeltrainer wurde für alle entwickelt, die gerade mit Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine arbeiten oder sich engagieren, um sie willkommen zu heißen. Er erleichtert ukrainischen Kindern mit ersten Wörtern und Sätzen zum Hören, Sehen und Lernen das Ankommen nach der Flucht. Damit ist er auch ideal für die Schule. Ukrainische und deutsche Kinder können die App gemeinsam als sinnvolles Werkzeug nutzen.
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