Wiehler Jazztage 2008: Latin Night

(26. April 2008) „Latin-Night“ mit drei Formationen, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Jede für sich grandios und zudem noch eine perfekt gelungene Reihenfolge. Erst Latin-Jazz mit Hang zum Free-Jazz, anschließend lyrischer Jazz mit klassischen Sequenzen und zum Abschluss Latin-Partytime.
Felipe Cabrere (Bass), Mario Morejon Hernández (Trompete), Lukmil Perez Herrera (Schlagzeug) und Sängerin Ines VillegasFelipe Cabrere (Bass), Mario Morejon Hernández (Trompete), Lukmil Perez Herrera (Schlagzeug) und Sängerin Ines Villegas Seine Kompositionen beeindruckten weltberühmte Latin-Jazzmusiker wie John Benitez oder Antonio Sanchez, mit denen er in New York seine international hoch gelobte Debüt-CD "Symbiosis" 2002 aufnahm. In Wiehl beeindruckte Sebastian Schunke mit seinen Kompositionen das Jazztage-Publikum. Ausschließlich Stücke aus seiner Feder präsentierte er mit Felipe Cabrere (Bass), Mario Morejon Hernández (Trompete), Lukmil Perez Herrera (Schlagzeug) und der Sängerin Ines Villegas. Die Musiker der Sebastian Schunke Group stammen aus Kuba. Sängerin Ines Villegas ist Kolumbianerin. Allesamt Individualisten, was auch im Zusammenspiel festzustellen war.

Sehr viele Free-Jazz-Einflüsse durchströmten die Latin-Jazz-Musik, was die Musik sehr avantgardistisch wirken ließ. Auf diese Klänge musste man sich einlassen und es war sicherlich nicht für jeden Latin-Jazz-Liebhaber etwas, aber wie schon das Jazzpodium in 2004 schrieb: "Mit großer Kunstfertigkeit schafft es Schunke den kubanischen Nostalgiesound in ein Avantgardekleid eigener Prägung zu transformieren.“ Eine besondere Klasse der Latin-Jazzmusik wurde geboten. Herausragend Trompeter Mario Morejon Hernández "El Indio“. Schier besessen zelebrierte Drummer Lukmil Perez Herrera sein Solo und zeigte die pure Spielfreude. Sängerin Ines ließ in den wenigen Gesangsstücken ihr Können erkennen und unterlegte meist gemeinsam mit Bassist Felipe Cabrera die Kompositionen mit sphärisch gehauchten Gesangseinlagen.

In 2006 tourte Sebastian Schunke durch Lateinamerika, China und die Bundesrepublik, gewann den Jazz Preis des Landes Berlin und nahm seine neue CD "Vida Pura“ auf. Er war unter anderem. Ehrenjurymitglied auf dem nationalen kolumbianischen Klavierwettbewerb. "Vida Pura“ präsentierte die Sebastian Schunke Group auch auf den Wiehler Jazztagen. Genial wie Ines Villegas die Verzweiflung darstellte und Mario Morejon Hernández entlockte hierbei seinem Instrument äußerst interessante Klänge. Mittendrin Pianist Sebastian Schunke, der scheinbar mühelos die Zusammenführung verschiedener Stile und verschiedenster Musiker vollzog. Ein Konzert der besonderen Art. Fabian Müller am AltsaxophonFabian Müller am Altsaxophon Ebenfalls sehr besonders und vollkommen anders die Musik von Tangologia . Das junge Ensemble von Musikern aus München, Stuttgart, Berlin und Weimar wurde durch die Liebe zum Tangorevolutionär Astor Piazzolla zusammengeführt. Mit ihrer immensen Spielfreude und Energie zog dieses versierte und dynamische Ensemble das Publikum in der Wiehltalhalle in seinen Bann. Die Besetzung entspricht fast der Originalbesetzung des legendären Quintetto Piazzolla (Bandoneon, Geige, Klavier, Kontrabass und E-Gitarre), aber anstelle des Bandoneon bringt Fabian Müller am Altsaxophon eine neue Klangfarbe ins Spiel. Dadurch wird sowohl dem aggressiven, aber vor allem auch dem lyrischen Charakter dieser Musik ein wunderschöner Ausdruck verliehen.

Der Tango bleibt bei Tangologia ein Produkt kunstvollen und konzentrierten Zusammenspiels, obwohl jeder der Tangologias sicher als professioneller Solist im Vordergrund spielen könnte. Aber gerade dieses bewusst zelebrierte Zusammenspiel ist das ganz Besondere. Fabian Müller (Saxophone), Olga Salogina (Piano), Karl Epp (Gitarre), Rebecca Schneider (Geige) und Johannes Ochsenbauer (Kontrabass) sind eine absolut homogenes Ensembles, die eine spannend-traurige Musik, die dennoch voller Energie, Sinnlichkeit und Lebenslust ist, brillant zeigten.

Zwei Zyklen vereinten sich im Konzert zu einem Ganzen. Mit dem nun auch in Wiehl eingekehrten Frühling – primavera porteno – starteten die programmatischen Kompositionen. Das Altsaxophon klang fast wie eine Querflöte. Auch im zweiten Stück „La milonga del Angel“ aus dem Engelszyklus bot Fabian Müller ein melancholisches Spiel auf dem Saxophon. Auch so kann ein Saxophon klingen – und begeistern. Mit einem dynamischen Geigensolo beeindruckte Rebecca Schneider bei „La muerte del angel“. Sehnsuchtsvoll-melancholisch bis euphorisch-befreit präsentierte Tangologia die weiteren drei Jahreszeiten und entließ ein verzücktes Publikum mit „Oblivión“ aus dem zweiten Part der „Latin Night“. Renato PanteraRenato Pantera Der dritte Part führte in eine vollkommen andere Richtung. Samba, Reggea und Partystimmung boten Renato Pantera und seine Musiker. Mit Alex Papa am Schlagzeug und Percussion, Claudio Gomes am Bass und Jean Gomes mit Alt- und Sopransaxophon sowie Querflöte brachte er in kürzester Zeit die Halle in eine beschwingte Stimmung und konnte gar nicht mehr aufhören. „Wenn sie viel Spaß haben wollen….sie können auch tanzen“ begrüßte der brasilianische Komponist, Sänger, Gitarrist und Percussionist Renato Pantera sein Publikum. Er sang nicht nur, er scattete auch ausgezeichnet. Und bei dem Scatgesang - ein improvisiertes Singen von rhythmisch und melodisch aneinander gereihten Silbenfolgen ohne Wortbedeutung – machte das Publikum gerne mit, auch wenn es nicht immer die Silbenfolgen fehlerfrei wiedergeben konnte. Aber darum ging es ja auch nicht – es bereitete einfach Spaß zuzuhören und mitzumachen.

Der Reggea „Die Hexe“ ließ das Publikum kaum auf den Stühlen sitzen und Jean Gomes bot hier ein hervorragendes Solo auf dem Altsaxophon. Aber auch Bassist Claudio Gomes zeigte sein Können bei solistischen Einlagen. Vor einigen Jahren hat sich Alex Papa auch der Brasilianischen Musik verschrieben. Der aus Griechenland stammende Schlagzeuger und Percussionist hat die afro-cubanische Salsa-Rhythmik wohl mittlerweile im Blut. Ihre Musik – ob „No woman no cry“ oder auch „The girl from ipanema“ - spielten Renato Pantera und seine Musiker mit Herz und Leidenschaft und zauberten dabei brasilianisches Sommerwetter auf die Bühne. Renato Pantera’s Samba Soul feat Alex Papa rundeten mit brasilianischer Musik die Latin Night der 19. Wiehler Jazztage ab.

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Fotos: Dirk Zurawski
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