Jeder von uns ist gefordert

(20. März 2020) Angesichts der Coronakrise ruft Bürgermeister Ulrich Stücker zu Mitgefühl und Solidarität auf.
Bürgermeister Ulrich StückerBürgermeister Ulrich Stücker Liebe Wiehlerinnen, liebe Wiehler,

wie fühlen Sie sich in dieser denkwürdigen Zeit? Wahrscheinlich geht es den meisten von Ihnen so wie mir: Ich kann mich an keine Zeit erinnern, in der sich die Verhältnisse so schnell so umfassend verändert haben. Wie wäre Ihre Reaktion ausgefallen, wenn Ihnen beispielsweise jemand vor zwei Wochen erklärt hätte, dass große Autohersteller ihre gesamte Produktion in Europa vorübergehend einstellen? Und doch ist es so gekommen. Die Bedrohung durch das Coronavirus lässt uns Maßnahmen ergreifen, die sämtliche Bereiche der Gesellschaft treffen. Zu der Sorge um die Gesundheit kommen weitere Befürchtungen, etwa solche existenzieller Art: Ist mein Arbeitsplatz gefährdet? Kann ich mein Geschäft halten? Auch diese Fragen möchte ich als Bürgermeister im Blick behalten.

Mit dem Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Erregers sind massive Einschränkungen verbunden, die unsere gewohnte Lebensweise, den ganz gewöhnlichen Alltag spürbar verändern. Die Angst vor einer unsichtbaren Bedrohung und die Begleiterscheinungen treffen unsere Gesellschaft an empfindlichen Stellen: politisch, wirtschaftlich und sozial. Und noch gibt es kein Heilmittel gegen Covid-19. Daher appelliere ich an Sie: Folgen Sie den Empfehlungen von Ärzten und Wissenschaftlern in puncto Hygiene, vermeiden Sie unnötige Kontakte! Jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen, um die Ansteckungsgefahr zu senken und so Risikogruppen zu schützen.

Darüber hinaus erwarten Sie zurecht von Politik und Verwaltung entschlossenes Handeln, um die Vermehrung des Coronavirus zu verlangsamen. Im Wiehler Rathaus habe ich einen Arbeitsstab gebildet, der unter meiner Leitung mittlerweile täglich zusammenkommt. Vertreten sind Ordnungsamt, Feuerwehr und wichtige Fachbereiche wie Jugend, Soziales und Schule. In enger Abstimmung befinde ich mich auch mit den Spitzen der Wiehler Stadtratsfraktionen. Was den Infektionsschutz anbelangt, erhalten wir Vorgaben des Oberbergischen Kreises und seines Gesundheitsamts, die wir konsequent umsetzen.

Mir ist es ein persönliches Anliegen, vor allem an diejenigen Menschen zu denken, die eines besonderen Schutzes bedürfen. Dazu gehören alte Menschen. So habe ich angeregt, ehrenamtliche Angebote für Hilfsbedürftige zu bündeln. Unsere Mitarbeiterinnen der offenen Seniorenarbeit konnten daraufhin eine umfangreiche Liste erstellen, die ständig aktualisiert wird. Ich danke herzlich für dieses starke ehrenamtliche Engagement und die zahlreichen Hilfsangebote. So unterstützen wir gerade die Menschen, die jetzt besonders vom Coronavirus betroffen sind. Abgesehen davon freue ich mich über Berichte von aktiver Nachbarschaftshilfe. Da wird etwa ein Einkauf miterledigt und dann zur Haustür gebracht – so wird geholfen, ohne zu gefährden.

Niemand von uns kann heute sagen, wie lange der jetzige Ausnahmezustand anhalten wird. Doch wie viel Zeit auch vergehen mag: Das Team des Rathauses bleibt so lange wachsam, wie es nötig erscheint. Ein Arbeitsstab kann Ihnen zwar nicht jede Sorge nehmen. Aber ich versichere Ihnen, dass wir alles in unserer Macht stehende in die Wege leiten werden, das geeignet erscheint, die Krise zu bewältigen. In dieser Situation sind die Menschen weltweit gefordert, aufeinander zu achten, Rücksicht zu nehmen und solidarisch zu handeln. Menschen können nicht alles unter Kontrolle halten, das müssen wir gerade wieder lernen zu akzeptieren. Vielleicht bleibt jedoch dies von der Epidemie zurück: die Einsicht, dass man auf manches im Alltag verzichten kann, aber nicht auf Mitgefühl und solidarisches Handeln.

Sollten Sie gerade erkrankt sein, woran auch immer, wünsche ich Ihnen gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen von Rat und Verwaltung eine gute und schnelle Besserung. Und für alle anderen gilt: Bleiben Sie gesund!

Ihr

Ulrich Stücker
Bürgermeister