„Jazz in der Kneipe“ - wieder mit umfangreichem Musikspektrum

(1. Juni 2011) Das etwas feuchte Wetter schreckte die Besucher beim „Jazz in der Kneipe“ kaum ab. Gleich neun Bands standen auf dem Programm und somit war wieder mal für jeden was dabei. Ob Swing mit „Alex Alicke“ oder richtig guter Rhytm’n Blues mit der „Breakdown Blues Band“ - es kam jeder auf seine Kosten.
Foto: Christian MelzerFoto: Christian Melzer Um halb acht starteten gleich zwei Bands. Zum einen „Tune up“ in der Posthalterei des „Hotel zur Post“ und die „Cologne Jass Society“ im Hotel Platte. Bei „Tune up“ gesellte sich zu Corina Aurin, die wieder hervorragend ihre Soloparts bei den Jazzstandards präsentierte, eine weitere Frau: Verena Carballosa verfeinerte den Sound von „Tune up“ mit ihrem Flötenspiel. Rainer Fabeck (Gitarre), Klaus Goecke (Gitarre), Werner Huppert (Bass) und Schlagzeuger Horst Rieger boten bereits zum sechsten Mal bei den Wiehler Jazztagen Musik zum Fußtippen und Fingerschnippen- von Bossa bis Swing, von Blues bis Bop. Ein bewährtes Ensemble sind die vier Musiker aus Wiehl, Lindlar und Köln. Auch das musikalische Spektrum der “Cologne Jass Society“ ist breit angelegt und vielseitig. Sie brachten nicht nur Stücke wie „Sweet Georgia Brown“ oder Ellingtons „Mood Indigo“ auf die Bühne, auch den „The Birth Of The Blues“ von Henderson hatten sie im Gepäck. Die Bläserfraktion - Bandleader und Posaunist Jochen Kruse, Saxophonist und Klarinettist Hans Naujokat und Trompeter Christoph Schneichel - sowie Schlagzeuger Mavy Liebermann, Gittarrist Klaus Diemer und am Piano Arthur Osiewatsch wussten ihr Publikum schnell zu begeistern.

Eine halbe Stunde später starteten wieder zwei Bands: „Six4Jazz“ im „Cheer up“ und die „Boogie Woogie Company“ im „Wirtshaus“. Bereits im letzten Jahr traten „Six4Jazz“ an gleicher Stelle auf und vermittelte frei nach dem Motto: „Jazz muss Spaß machen!“ die pure Freude an der Live-Musik. Neu dabei diesmal Bassistin Celine Prohaska. Sängerin Florence Eyok sorgte mit gefühlvollen Balladen und souliger Stimme für die nötige Kurzweil beim Publikum. Die Band ist im westfälischen und oberbergischen Raum regelmäßig gern gesehener Gast bei Festivals, Sessions, Open-Air- oder anderen Konzerten und bot viel Spaß und Hörenswertes für die Besucher der Wiehler Jazztage 2011, so beispielsweise eine außergewöhnliche Samba Version von „Summertime“. Ali Claudi hatte mit Bassist Paul G. Ulrich - der stand am Freitag schon mit dem „King of Swing Orchestra“ auf der Jazztagebühne in diesem Jahr -, Schlagzeuger Kalle Hoffmeister und Pianist Daniel Paterok ein hervorragendes Quartett, die „Boogie Woogie Company“, zusammengestellt. Eigene Stücke des Gitarristen, wie „A.C. Ville“ oder „Honky Tonk Kid“ hatten sie ebenso im Repertoire wie „Fine Brown Frame“ oder Gershwins „Lady Be Good“. Das war tolle Musik zum Zurücklehnen und Genießen.

Um 20:30 Uhr dann auch im Checkpoint - „Savoyage Projekt“ - und im „Café 90“ - „Alex Alicke & Trio“ - Musik vom Feinsten. Hauptsächlich Stücke von Pianist Felix Wirsing spielt "Savoyage Projekt". Dazu zählt beispielsweise „3 Freunde“ - ein sehr avantgardistisches Stück. Insgesamt standen allerdings sieben Freunde auf der Bühne. Dazu zählten der Drummer Florian Brüning, Saxophonist Michael Luperti, Sängerin Laura, an Gitarre Sebastian Heidelberg, Bassist Pierce Black sowie Bandleader und Pianist Felix Wirsing. Der junge Mann an der Trompete kam sicher einigen irgendwie bekannt vor. Selbst Preisträger bei „Jugend jazzt“ und Auftritte mit renommierten Künstlern hat Menzel Mutzke noch einen bekannten Bruder: Max. Die Musiker- und Musikzusammenstellung bei dieser Band ging in eine ganz andere, aber sehr interessante, Richtung, als bei „Alex Alicke & Trio“. Hier swingte der Sänger Alicke mit Bassist Omar Ibrahim, Pianist Holger Schwan und Schlagzeuger Gianni Legrottaglie zu Stücken wie „The Girl Of Ipanema“, „Fly Me To The Moon“ oder auch „Just A Gigolo“.

Gleich um die Ecke kamen die Rhythm’n Blues-Freunde auf ihre Kosten. Die „Breakdown Blues Band“ mit Manuel Marcos (Gitarre), Michael Bielecke (Keyboard), Peter Even (Schlagzeug), Jörn Frederik Klein (Gesang) und Willi Müller (Bass) rockte im „Sümpfchen“ am Dienstag einen „Stormy Monday Blues“ und ein „Hoochie Coochie Man“ und hatte bei jedem Set ein proppevolles Lokal. Auch wenn ein Titel „How Blue Can You Get“ hieß, so fühlten sich die Gäste hier sicherlich nicht - die Stimmung war grandios. Aber auch „Get the cat“ begeisterte die Gäste in der „Black Box“. Astrid Barth (Gesang), Till Brandt (Bass), Philipp Roemer (Gitarren) und Ralph Schläger (Schlagzeug) präsentierten nur Stücke aus der eigenen Feder, die beim Publikum sehr gut ankamen. Ob „My Old Pair Of Boots“ oder „Your Sweet Kiss“ - jedes Stück traf den Nerv des Publikums. Auf bluesige Balladen folgen Stücke mit deutlich jazzigerem Einschlag, die ihrerseits abgelöst wurden von Nummern, die sich mehr in Richtung Soul bewegen.

Aber das war noch nicht alles. Zwischen den Kneipen marschierte eine ganz besondere Band: „Brazzz“. Jo Dölker, Robert Krezschmar, Alex Morsey und Stephan Struck wirkten auf den ersten Blick ein wenig seltsam mit ihren Helmen, auf denen Schlagzeugbecken montiert waren, aber immer wieder hörte man zwischen den Kneipen die Leute: „Wo ist denn jetzt diese spaßige Band?“. Aber nicht nur lustig, auch hervorragend spielten sie Stücke wie „Bad“ von Michael Jackson, aber auch Sonny Rollins „St. Thomas“ oder „Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln gehen“ waren dabei. Sie waren das I-Tüpfelchen auf eine gelungene Zusammenstellung an musikalischen Facetten zum „Jazz in der Kneipe“ bei den 22. Internationalen Wiehler Jazztagen, die mit diesem Abend endeten.

Kulturkreis Wiehl

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